Tourenbericht  - Mo. 24.07.2017  Hanau – Fulda:  ca. 92 km


  

Der Blick aus dem Hotelfenster verheist nichts Gutes. Es regnet an einem fort und auch nach dem Frühstück ist keine Besserung eingetreten. Wir beschliesen bis 10:00 Uhr zu warten ... aber das ändert an der Wetterlage auch nichts. Es regent immer noch und es scheint so, als sollte es den ganzen Tag so weiter gehen.

Dann müssen wir eben im Regen losfahren und das beste daraus machen. Wir verpacken uns möglichst "regensicher" ... aber das hilft auch nur beschränkt. Von oben tropft es und von unten spritzt es ....


In Hanau verlassen wir den Main. Heute führt unser Weg entlang der Kinzig bis Schlüchtern, dann über einen Bergrücken ins Fuldatal und weiter in Richtung Fulda.

Nach kurzer Fahrzeit erreichen wir die Kinzig und schlängeln uns entlang der Auen. Wäre es nicht so nass und matschig .... es wäre wunderschön.

Weiter geht es entlang der B8 Richtung Langenselbolder Dreieck. Wir unterqueren die A66, wo schon die Herausforderung der nächsten Stunden sichtbar wird. In der Unterführung steht das Wasser und der Schlamm .... nur ein schmaler Streifen bleibt, um auf die andere Seite zu gelangen. Weiter geht es vorbei am Erlensee über Rückingen nach Langenselbold.

Ab hier verläuft unsere Route direkt neben der Autobahn. Jeder fährt vor sich hin und versucht sich vor dem Regen zu schützen.

Hier ist es wie in einer Waschmaschine. Die von den Autos aufgewirbelte Gischt wird direkt zu uns auf den paralell verlaufenden Radweg herüber geweht. Endlich, ein paar Kilometern kommen wir von der Autobahn weg.


 

Wir fahren immer weiter .... über Gelnhausen, Linsengericht nach Höchst weiter an der Kinzig entlang.

Die Bahnstrecke und die A66 begleiten uns. Wir sind nun schon bald 2 Stunden unterwegs und nur 35 km weit gekommem. Wir sind nass, es ist kalt und wir brauchen eine Pause.

Unter einer Brücke bei Neu Wirtsheim halten wir an um wenigstens die Kleidung zu wechsel, die schon total durchnässt ist.

Doch es wird schnell kalt und wir brechen nach 10 Minuten auf.

Als ich wieder auf meinem Rad bin merke ich sofort, dass etwas nicht stimmt. Mein Hinterrad hat kaum noch Luft. Bei näherer Betrachtung ist die Ursache schnell gefunden. In dem ganzen Schlamm und Dreck hat sich wieder ein Dorn in meinen Reifen gebohrt.

So eine Sche.... und das auch noch bei diesem Wetter .......

Eigentlich habe ich die Schnauze gestrichen voll, aber es hilft nichts.

Wir befreien das Fahrrad von allem Ballast. Die Position des Dorns wird markiert und mit klammen Fingern lösen wir den Mantel von der Felge. Der Schlauch wird herausgeangelt, damit wir nicht wieder das Hinterrad ausbauen müssen. Das Loch ist schnell gefunden, doch mit den nassen und klammen Fingern wird die Flickerei nicht einfacher.

Nach einer Viertelstunde ist dank der Hilfe von Günter der Platten behoben und wir können weiter fahren. Doch jetzt sind wir erst recht völlig durchgefroren.

Allerdings ... der Regen hat etwas nachgelassen. Über Wächtersbach geht es nach Bad Soden und zum Kinzig Stausee.

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t3 pic03der Kinzig Stausee


 

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Wir machen eine kurze Rast an der Staumauer. Der Regen hat jetzt aufgehört, doch es ist immer noch recht kalt.

Wir sind gerade mal 51 Kilometer gefahren und es ist schon fast 14:00 Uhr. Gerade mal die Hälfte der Strecke.

Da so langsam auch der Hunger kommt, beschließen wir so bald als möglich einzukehren und etwas warmes zu uns zu nehmen.

Der Regen und die Kälte macht uns zu schaffen.

Schon im nächsten Ort finden wir eine Bäckerei. Dort ist es warm und trocken. Das tut richtig gut.

Jetzt ist es an der Zeit die nassen Sachen gegen trockene Kleidung auszutauschen. Zum Glück sind die Satteltaschen dicht geblieben und mit trockenen Sachen fühlt man sich gleich viel besser.

Doch an den Füßen ist nur bedingt Abhilfe möglich. Innerhalb weniger Minuten sind die frischen Socken wieder nass. Die Schuhe sind wie ein vollgesogener Schwamm.

Nach gut einer halben Stunde müssen wir weiter, haben wir doch den anstrengensten Teil der Etappe noch vor uns.

In Schlüchtern verlassen wir die Kinzig und wechseln über den Bergrücken an die Fulda.

Hier müssen wir auf einer Länge von 5 Kilometern 200 Höhenmeter überwinden.

Eigentlich keine unlösbare Aufgabe, aber mit ca. 18 Kilogramm zusätzlichem Gepäck am Fahrrad doch ganz schön mühsam.

Kurz nach 16 Uhr sind wir alle oben und geniesen den fantastischen Blick vom höchsten Punkt.


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Wir geniesen die Aussicht ins Fuldatal und die wärmenden Sonnenstrahlen

In der Ferne ist ein riesiger heller Berg zu erkennen. Je näher man kommt, desto unglaublicher werden seine Ausmaße.

Sogar ein Gipfelkreuz ist darau zu erkennen.


Von hier aus geht es jetzt bergab. Schnell sind wir in Flieden und fahren weiter nach Neuhof.

Unterwegs treffen wir einen Ortsansässigen. Er klärt uns freundlich über den hier betrieben Kali-Bergbau auf.

Unter der Erde verlaufen hier Stollen mit einer Länge von zusammen über 100 Kilometern.

Die Abraumhalde ist 200 Meter hoch, das Haldenplateau befindet sich in 500 Meter Höhe.

Die Halde bedeckt eine Fläche von ca. 97 ha. und dort lagern ca. 116 Millionen Tonnen Abraum.

Wer mehr wissen möchte wird fündig auf der Webseite der K+S KALI


der "Monte-Kali"

(Abraum-Halde des Kali Werkes Neuhof-Ellers)t3 pic07


Noch sind es ca. 25 Kilometer bis nach Fulda. Aber das Wetter hat sich gehalten. Kein Regen mehr und auch ein wenig wärmer ist es geworden. Doch es zieht sich und wir ereichen unser Hotel erst nach 18:30 Uhr.

Nach 99 Kilometern, fünfeinhalb Stunden Fahrzeit, 4 Stunden Fahrt im Regen haben wir unser Tagesziel erreicht.

Erich, der heute mit dem Zug nach Fulda angereist ist erwartet uns schon. Er hat auch schon eine Lokalität für das Abendessen erkundet.

Nach einer warmen Dusche sieht die Welt schon wieder viel freundlicher aus. Jetzt gilt es die ganzen Sachen für Morgen wieder trocken zu bekommen. Die Schuhe mit Klopapier ausgestopft und die Kleidung irgendwie im Zimmer zum trocknen verteilt.


 

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Zum Glück haben wir eine funktionierende Heizung im Zimmer.

Alles im Zimmer, was auch nur annähernd zu Wäscheständer taugte wurde benutzt um die nassen Sachen aufzuhängen.

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